Bildhauer auf Kreta

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Astrini – die Sternenguckerin

astrini 146-2-largeAm 5. Juli 2013 wurde die Astrini am Sandstrand von Paleochora als Leihgabe aufgestellt. Die Sternenguckerin ist aus Untersberger Marmor. Den Stein hat der Künstler vor 10 Jahren in Österreich erworben und war einst Teil eines Portals eines Salzburger Schlosses. Diesen Koloss von 1,5 Tonnen hat der Künstler nach Kreta bringen lassen und unter dem Einfluss des wunderschönen kretischen Sternenhimmels entstand die Astrini.

Die Skulptur vereint Stilelemente aus der Antike (Faltenwurf) und der Modernen (sportlich trainierter Körper).

 Als sie geschaffen wurde, war noch unklar, wo sie aufgestellt wird. Eins war klar: Sie braucht viel Raum, damit sie wirkt. Außerdem ist es Gerhard Stelzhammer ein großes Anliegen, dass Besucher Paleochoras als einen Ort in Erinnerung behalten, an dem Kunst stattfindet und öffentlich zugänglich ist. Bald wurde ein Ort gefunden: am Sandstrand von Paleochora. Der Bürgermeister und die Gemeinde mussten zuerst zustimmen. Doch sie waren begeistert, dass Paleochora ein weiteres Wahrzeichen erhält und so wurde im Juli die Skulptur von der Villa Aphrodite nach Paleochora gebracht.

 Die Skulptur ist zur Zeit Stadtgespräch. Viele bleiben stehen, betrachten, fotografieren sie und diskutieren. Einige fragen: Ti ine afto? Was ist das? Eine Frau? Eine Freundin glaubt, da es auf Kreta keine Skulpturen von Frauenfiguren gäbe, haben viele Schwierigkeiten, dies einzuordnen.

Entstehungsgeschichte: Hermaphrodite

Hermaphrodite Im Winter 2010 arbeitete ich mit großer Leidenschaft an einer Skulptur, die einen Zwitter bzw. Hermaphrodit darstellt. Anstoß dazu war eine ARTE-Sendung, die das Problem der Zwittergeburten und die damit verbundenen gesellschafts- und sozialpolitischen Probleme darstellte.

Allein in Deutschland soll es jährlich ca. 120 solcher Geburten geben. Während in der Antike solche „Wesen“ verehrt und von einem Gott beseelt betrachtet wurden, gibt es diese Menschen heute, zumindest juristisch betrachtet, gar nicht und das Thema stellt ein großes Tabu dar.

In der griechischen Mythologie entstand der Zwitter in einem Akt der Verführung durch die leidenschaftlich verliebte Nymphe Salmakis. Sie küsste und umschlang Hermophroditos, der sich wehrte und sich entziehen wollte. Die Nymphe bat die Götter Hermes und Aphrodite, dass sie für immer vereint sein mögen. Die Götter entsprachen ihrer Bitte und so entstand ein Zwitterwesen mit Brüsten und männlichen Genitalien. Diese Wesen werden Hermaphroditen genannt.

 

Es entstand eine Skulptur mit großer erotischer Ausstrahlungskraft, die aber auch kontemplativ, vielleicht auch ein wenig melancholisch wirkt. Mich fasziniert die große Spannung, die sich ergibt, wenn beide Geschlechter in einer Person dargestellt werden. Verstärkt wird dies durch den erigierten Penis (Lust) und die melancholisch, kontemplative Kopfhaltung bzw. Gesichtsausdruck. Lust und Leid sind seit Beginn Thema meiner Arbeit.  Dazu passt auch folgendes Gedicht, das ich 1998 niederschrieb:

„Alles Leid ist schöpferisch, alle Lust ist schöpferisch, alles Glück ist unfruchtbar, Narkotikum wider die schaffende Kraft“.  

Für diese Skulptur verwendete ich ein großes Alabasterstück, das ich auf dem Weg zum Gialiskaristrand (in der Nähe von Paleochora auf Kreta) fand und mit Hilfe von Freunden und viel Schweiß und Kraft heimtransportierte.

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